Einführung
Sie öffnen eine Datei und erkennen sofort, welche Abschnitte wichtig sind. Computer können das nicht – es sei denn, Sie statten sie mit IDP und OCR aus. OCR erkennt die Wörter, IDP versteht ihre Bedeutung. Der größte Unterschied liegt genau hier: Die eine Technologie ist lediglich eine visuelle Momentaufnahme, während die andere eine vollständige Rekonstruktion darstellt.
Mit ihrer Hilfe wird das Chaos durch Papierdokumente kein Problem mehr. Sie finden Inhalte leichter und können mehr Zeit für produktive Aufgaben verwenden.
Doch vielleicht wissen Sie nicht immer, welche Technologie Sie verwenden sollten. In diesem Artikel helfen wir Ihnen, das herauszufinden. Lesen Sie weiter.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist OCR? 1.1 Wie funktioniert OCR? 1.2 Vorteile von OCR 1.3 Warum ist OCR wichtig?
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2. Was ist IDP? 2.1 Wie funktioniert IDP? 2.2 Vorteile von IDP 2.3 Lohnt sich IDP?
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| 3. OCR vs. IDP: Was ist der Unterschied? |
4. Anwendungsfälle von OCR und IDP 4.1 Wann sollte man OCR verwenden? 4.2 Wann sollte man IDP verwenden? 4.3 Sollte man beide Technologien nutzen?
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| 5. Welche Technologie ist die richtige für Ihr Unternehmen? |
1. Was ist OCR?
OCR (Optical Character Recognition, optische Zeichenerkennung) ist eine Technologie, die optische Scans und Mustererkennungsalgorithmen nutzt, um gedruckten oder handgeschriebenen Text aus Bildern, Scans oder Fotos zu identifizieren und in bearbeitbaren sowie durchsuchbaren elektronischen Text umzuwandeln. Ihre Kernfunktion besteht darin, unstrukturierte Bilddaten in strukturierte Textinformationen zu transformieren. Dadurch können Computer Papierdokumente, Rechnungen, Formulare oder Bücher „lesen“ und den Textinhalt in einer digitalen Umgebung verarbeiten und analysieren.
OCR wird in verschiedenen Anwendungsszenarien eingesetzt, darunter:
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Digitalisierung und Archivierung von Dokumenten
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Erfassung von Rechnungen und Quittungen
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Extraktion von Identitätsinformationen
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Scannen von Büchern und Zeitschriften
1.1 Wie funktioniert OCR?
OCR erkennt Muster, die Buchstaben und Zahlen ähneln. Ältere Systeme arbeiteten durch den Abgleich jedes Zeichens mit gespeicherten Vorlagen, was nur bei Standardschriften gut funktionierte. Moderne OCR ist deutlich intelligenter.
Sie kombiniert sowohl maschinelles Lernen als auch Faltungsneuronale Netze (CNN), um verschiedene Schriftarten, Layouts und Seitengestaltungen zu verarbeiten – mit weitaus höherer Genauigkeit.
Vor dem Lesen des Textes bereinigt OCR in der Regel das Bild. Sie kann die Seite begradigen, die Helligkeit anpassen oder Hintergrundrauschen entfernen. Diese kleinen Korrekturen helfen dabei, den Text auch auf alten oder verblassten Dokumenten klarer zu erfassen.
1.2 Vorteile von OCR
OCR spart Zeit, da gedruckter Text nicht mehr abgetippt werden muss.
Dokumente werden durchsuchbar, sodass Sie schnell finden, was Sie brauchen. Es reduziert Papierchaos und erleichtert die Dateifreigabe. OCR lässt sich in bereits verwendete Tools einbinden und sorgt so für einen reibungslosen Arbeitsablauf.
Selbst schwierige alte Scans sind genauer als manuelle Eingaben. Diese Methode bietet Ihnen:
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Geschwindigkeit: Spart Stunden manueller Dateneingabe.
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Durchsuchbare Dateien: Schnelles Auffinden von Text, Zahlen oder Daten.
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Bearbeitbarkeit: Gedruckte Inhalte in Word oder Excel umwandeln.
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Speicherung: Dateien lassen sich leicht teilen und organisieren.
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Integration: Funktioniert nahtlos mit Adobe, Microsoft Office und Google Drive.
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Weniger Fehlerquellen: Geringere Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler.
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Skalierbarkeit: Einfache Verarbeitung großer Dokumentenmengen.
1.3 Warum ist OCR wichtig?
OCR ist überall präsent, selbst wenn man sie nicht bewusst wahrnimmt. Sie ist in Software wie Adobe Acrobat, ABBYY FineReader und Microsoft Office integriert und arbeitet auch über Cloud-Dienste wie Google Vision oder Azure OCR. Gleichzeitig setzen auch intelligente Scanner weitgehend auf OCR-Technologie. Sogar Smartphone-Apps wie Microsoft Lens oder Adobe Scan greifen darauf zurück. Und selbst Google Drive und Windows bieten kostenlose Schnellscan-Optionen an.
Man benötigt keine hochmoderne Hardware – ein gewöhnlicher Laptop reicht aus, obwohl GPUs bei großen Stapeln helfen. Nutzer setzen OCR ein, um gedruckte Dokumente zu digitalisieren. Die Technologie ist schnell, präzise und glänzt besonders bei klaren Texten.
Auch nach Jahrzehnten treibt OCR weiterhin still Dokumenten-Workflows an. Sie mag bei unleserlicher Handschrift oder verblassten Seiten an Grenzen stoßen, doch bei gedrucktem Text spart sie Zeit, erspart Abtippen und macht Dateien durchsuchbar. Auf viele kleine Weisen hält sie einfach den Betrieb am Laufen – deshalb ist sie nach wie vor allgegenwärtig.

Abbildung 1 – Was ist OCR?
2. Was ist IDP?
IDP (Intelligent Document Processing, intelligente Dokumentenverarbeitung) liest Dokumente und extrahiert die benötigten Informationen. Es verarbeitet verschiedene Dokumententypen, darunter Formulare, Rechnungen, Verträge und E-Mails, und kann sogar handgeschriebene Notizen erfassen. Letztendlich wandelt es alles in strukturierte Daten um, die sofort nutzbar sind.
2.1 Wie funktioniert IDP?
Optical Character Recognition (OCR) erkennt visuelle Muster in Bildern, die Buchstaben und Zahlen ähneln, und wandelt diese in bearbeitbaren, durchsuchbaren Text um. Der Workflow umfasst drei Hauptphasen: Bildvorverarbeitung, Zeichenerkennung und Textrekonstruktion. Das System verbessert zunächst die Bildqualität durch Begradigen, Helligkeitsanpassung und Rauschunterdrückung. Anschließend nutzt es maschinelles Lernen und Faltungsneuronale Netze (CNNs), um verschiedene Schriftarten und Layouts präzise zu erkennen. Abschließend rekonstruiert es die erkannten Zeichen zu strukturiertem Text. Während OCR Inhalte effizient aus Dokumenten extrahiert, versteht es weder Kontext noch Semantik – daher sind bei Anwendungen wie Rechnungen oder Verträgen oft zusätzliche intelligente Algorithmen erforderlich, um Schlüsselinformationen zu filtern und zu identifizieren.
2.2 Vorteile von IDP
IDP verarbeitet Dokumente jeglicher Art und Komplexität. Ob Formulare, Verträge oder handgeschriebene Notizen – es extrahiert die Daten, prüft sie auf Fehler und überträgt sie automatisch in Ihre Systeme. Durch kontinuierliches Lernen steigt die Genauigkeit im Laufe der Zeit. Selbst große Stapel bewältigt es mühelos und sorgt so für reibungslose Abläufe und fokussierte Teams.
- Daten extrahieren: Erfasst wesentliche Informationen aus unterschiedlichen Dokumenttypen.
- Komplexe Layouts verarbeiten: Liest Tabellen, Spalten und Handschriften.
- Genauigkeit prüfen: Erkennt fehlende oder falsche Angaben.
- Workflows automatisieren: Überträgt Daten ohne manuelle Arbeit.
- Lernfähigkeit: Wird durch wiederholte Nutzung immer präziser.
- Einfache Skalierbarkeit: Verarbeitet hohe Arbeitslasten schnell.
2.3 Lohnt sich IDP?
IDP wird in der Finanzbranche und im Gesundheitswesen häufig eingesetzt.
Auch in Versicherungs- und Rechtsbereichen ist die Technologie verbreitet. Diese Felder müssen täglich zahlreiche Formulare und Dateien verarbeiten. IDP beschleunigt Arbeitsabläufe und reduziert den Bedarf an manueller Arbeit. Selbst ungewöhnliche Layouts und unleserliche Handschriften kann es bewältigen.
Mit der Zeit verbessert es seine Genauigkeit und bewältigt große Datenmengen. Deshalb ist IDP die ideale Lösung, um Dokumentenprozesse reibungslos und effizient am Laufen zu halten.
3. OCR vs. IDP: Was ist der Unterschied?
Machen wir eines klar: IDP ist nicht einfach nur ein neuerer Name für dieselbe Technologie. Manchmal kann es eine Weiterentwicklung darstellen oder auch lediglich eine alternative Option sein.
Allerdings sind die beiden nicht dasselbe – auch wenn sie miteinander verbunden sind. OCR wandelt lediglich gedruckten oder gescannten Text in digitalen Text um. IDP geht weiter, indem es diesen Text tatsächlich versteht.
Im Wesentlichen gilt: Während OCR Wörter erkennt, findet IDP heraus, was diese Wörter bedeuten und wohin sie gehören.
OCR war der erste Schritt zur Digitalisierung von Informationen, und IDP ist der nächste Schritt, wenn es um die Automatisierung monotoner Aufgaben am Arbeitsplatz geht. Es macht Workflows deutlich fortschrittlicher. Hier ist ein kurzer Vergleich.

Abbildung 2 – OCR vs. IDP
| Funktion |
OCR |
IDP |
| Hauptfunktion |
Wandelt gedruckten oder gescannten Text in digitalen Text um |
Liest, extrahiert und versteht Daten aus Dokumenten |
| Komplexität |
Grundlegende Texterkennung |
Fortgeschrittene Datenextraktion und -validierung |
| Dokumenttypen |
Gedruckter Text, klare Layouts |
Strukturierte, teilstrukturierte und unstrukturierte Inhalte |
| Skalierbarkeit |
Statisch nach dem Training |
Verbessert sich durch KI und Feedback kontinuierlich |
| KI-Beteiligung |
Minimal oder keine |
Kern des Prozesses (KI, ML, NLP) |
| Ausgabeverwendung |
Durchsuchbarer oder bearbeitbarer Text |
Handlungsfähige Daten für Systeme und Workflows |
4. Anwendungsfälle von OCR und IDP
Hier ist ein kurzer Überblick, falls Sie noch herausfinden möchten, wo die Technologie passt oder ob Sie sie tatsächlich benötigen.
4.1 Wann sollte man OCR verwenden?
OCR wird eingesetzt, wenn Sie gedruckte Seiten lediglich in bearbeitbaren Text umwandeln müssen. Sie ist praktisch für Büros, die Berichte oder alte Unterlagen scannen, Banken, die Kontoauszüge archivieren, und Logistikteams, die gedruckte Etiketten erfassen. Auch Schulen und Bibliotheken nutzen sie häufig, um historische Materialien online verfügbar zu machen.
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Finanzen und Bankwesen: Scannen gedruckter Kontoauszüge und Quittungen zur digitalen Archivierung.
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Recht und öffentliche Register: Macht Dokumente durchsuchbar und leicht auffindbar.
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Post und Logistik: Liest Text von Etiketten oder Formularen zur Sortierung.
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Bildung und Archive: Wandelt Bücher und Notizen in lesbare digitale Dateien um.
OCR funktioniert am besten mit klaren Seiten und gedrucktem Text. Es ist eine einfache Methode, Papier zu digitalisieren.
4.2 Wann sollte man IDP verwenden?
IDP kommt zum Einsatz, wenn Dokumente schwer lesbar sind oder kein einheitliches Layout haben. Es erkennt die Schlüsseldetails in jeder Datei und leitet sie an die benötigten Stellen weiter. Es wird von Teams genutzt, die mit vielen Formularen oder datenintensiven Dokumenten zu tun haben.
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Rechnungen und Rechnungslegung: Extrahiert Summen, Daten und Lieferantendetails für die Buchhaltung.
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Gesundheitswesen und Versicherungen: Verarbeitet Patientenformulare und Schadensmeldungen, auch mit Handschrift.
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Logistik und Betrieb: Findet Bestell- oder Sendungsdetails in Lieferscheinen.
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Personalwesen: Liest Lebensläufe und Verträge für die Aktenführung.
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Kundenservice: Verarbeitet Ausweise oder Anträge schneller.
IDP arbeitet am effektivsten, wenn sich der Inhalt ständig ändert und Genauigkeit entscheidend ist. Es sorgt für Konsistenz ohne zusätzlichen manuellen Aufwand.
4.3 Sollte man beide Technologien nutzen?
Die meisten Unternehmen setzen beide ein. OCR liest, was auf der Seite steht, und IDP versteht die Bedeutung. Zum Beispiel kann OCR eine Rechnung scannen, während IDP die relevanten Zahlen erkennt und in Ihr System überträgt.
5. Welche Technologie ist die richtige für Ihr Unternehmen?
Sowohl OCR als auch IDP können in verschiedenen Situationen für Sie geeignet sein. Wenn Sie lediglich eine einfache digitale Aufzeichnung benötigen, ist OCR ausreichend.
Wenn Ihre Dateien komplex sind – wie Formulare, Verträge oder Dokumente mit Handschrift – ist IDP die bessere Wahl. Es liest den Text und findet automatisch die Schlüsseldetails. Das bedeutet weniger manuelle Arbeit und weniger Fehler.
Die meisten Unternehmen profitieren von beiden Technologien. OCR übernimmt die einfachen Aufgaben, während IDP für komplexere Situationen zuständig ist. Indem Sie beide einsetzen, sparen Sie Zeit und gewährleisten Genauigkeit.
Fazit
Sie müssen nicht zu viel darüber nachdenken. Diese Technologien werden nicht alles verändern – aber sie werden Sie in mehrfacher Hinsicht entlasten. OCR kann routinemäßiges Lesen übernehmen, während IDP schwierige Seiten verarbeitet. Gemeinsam ermöglichen sie Ihnen, einen Schritt zurückzutreten und sich auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Die gestapelten Dokumente werden nicht länger ein Hindernis sein, sondern zu einem echten Teil des Arbeitsflusses werden.