Einführung
Dokumente sind heute weit mehr als nur Informationen – sie beeinflussen Entscheidungen, gewährleisten Compliance und dokumentieren die Unternehmensgeschichte. Wenn ein Unternehmen jedoch wächst, türmen sich die Akten schnell, und deren Aufbewahrung und Verwaltung kann unübersichtlich, zeitaufwändig und fehleranfällig werden.
Genau deshalb ist die Dokumentenarchivierung so wichtig. Sie hilft dabei, Papierstapel und verstreute digitale Dateien zu ordnen, alles sicher, systematisch und einfach auffindbar zu halten. Ob Verträge, Finanzunterlagen, Personalakten oder Projektdateien – durch die Archivierung werden sie besser geschützt, leichter durchsuchbar und konform zu Vorschriften.
Ob Sie Lagerkosten senken, gesetzliche Anforderungen erfüllen oder einfach den täglichen Arbeitsablauf reibungsloser gestalten möchten: Eine durchdachte Archivierungsstrategie wird für jedes Unternehmen immer unverzichtbarer.
Table of Contents
| 1. Was ist Dokumentenarchivierung? |
| 2. Warum ist Dokumentenarchivierung wichtig? |
| 3. Arten der Dokumentenarchivierung |
| 4. Wie Sie Ihr Dokumentenarchivierungssystem optimieren: 7 einfache Schritte |
| 5. Welche Dokumente müssen archiviert werden? |
| 6. Häufige Fragen (FAQs) zur Dokumentenarchivierung |
1. Was ist Dokumentenarchivierung?
Dokumentenarchivierung ist der Prozess, ältere oder abgeschlossene Dokumente sicher und systematisch in einem System zu erfassen, wo sie später schnell und mühelos wiedergefunden werden können. Ein Archivgut entsteht, wenn ein Dokument seinen Zweck erfüllt hat, wie etwa ein unterschriebener Vertrag oder eine bezahlte Rechnung. Solche Unterlagen sind wichtig, da sie oft Nachweise für Entscheidungen, Zahlungen, Vereinbarungen und bedeutende Ereignisse in Ihrem Unternehmen enthalten.
Archivierung bedeutet jedoch nicht nur, Dateien abzulegen. Es geht darum, sie vor Verlust, Beschädigung oder unbefugtem Zugriff zu schützen und sicherzustellen, dass alles gut organisiert und leicht zugänglich ist. Ein durchdachtes Archivierungssystem kennzeichnet Dokumente eindeutig, speichert sie systematisch und gewährleistet, dass sie für den gesetzlich und geschäftlich erforderlichen Zeitraum aufbewahrt werden.
Verträge, Personalakten, Steuerdokumente, Berichte und sogar E-Mails landen schließlich in einem Archiv. Ohne ein geeignetes System können solche wertvollen Unterlagen in einem unübersichtlichen Ordner oder einem verstaubten Karton enden. Eine gute Archivierung gibt Ihrem Unternehmen die Gewissheit, dass alle wichtigen Dokumente sicher, nachvollziehbar und griffbereit sind, wenn Sie sie benötigen.
2. Warum ist Dokumentenarchivierung wichtig?
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Rechtssicherheit wahren, Strafen vermeiden
Gesetze wie die DSGVO, HIPAA oder der Sarbanes-Oxley Act verpflichten Unternehmen, bestimmte Unterlagen über festgelegte Zeiträume aufzubewahren. Ein strukturiertes Archivierungssystem stellt sicher, dass Sie diese gesetzlichen Anforderungen mühelos einhalten – und vermeidet so kostspielige Bußgelder oder behördliche Überprüfungen.
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Vertrauliche Informationen schützen
Archivierte Unterlagen, ob Finanzberichte oder Personalakten, enthalten oft sensible Daten. Die Archivierung schützt diese Informationen vor unbefugtem Zugriff, Cyberbedrohungen und physischer Beschädigung.
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Zeit sparen und Kosten senken
Das Durchsuchen von Papierstapeln oder verstreuten Computerdateien kann Stunden beanspruchen. Ein digitales Archiv ermöglicht den Zugriff auf jedes Dokument innerhalb von Sekunden – das spart Personalkosten und reduziert Lagerungskosten.
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Geschäftskontinuität sichern
Naturkatastrophen, Cyberangriffe oder Systemausfälle können jederzeit auftreten. Mit gesicherten Backups und gut organisierten Archiven kann Ihr Unternehmen alle wichtigen Unterlagen schnell wiederherstellen und reibungslos weiterarbeiten.
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Betriebseffizienz steigern
Bei der Archivierung geht es nicht nur um die Aufbewahrung, sondern auch um die Optimierung von Arbeitsabläufen. Durch automatische Indexierung, Metadaten-Verschlagwortung und Aufbewahrungsfristen lassen sich Informationen leicht nachverfolgen und verwalten, sodass sich Ihre Mitarbeiter auf das Wesentliche konzentrieren können.
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Einblicke und Transparenz gewinnen
Ein gutes Archiv ermöglicht es, vergangene Informationen und Trends auszuwerten und fundierte Entscheidungen auf Basis valider Daten zu treffen. Auch für Stakeholder und Aufsichtsbehörden bleiben die Prüfpfade transparent nachvollziehbar.
Abbildung 1 – Ein unordentlicher Schreibtisch
3. Arten der Dokumentenarchivierung
Die Archivierung von Dokumenten ist keine universelle Lösung. Unternehmen können zwischen Papierarchivierung, digitaler Archivierung oder einer Kombination aus beidem wählen – jede Methode hat ihre eigenen Vorteile. Diese Unterschiede ermöglichen es Ihnen, eine zeitsparende Lösung auszuwählen, Risiken zu reduzieren und mit maximaler Effizienz zu arbeiten.

Abbildung 2 – Papierarchivierung
Die herkömmliche Methode zur Dokumentenaufbewahrung ist die Papierarchivierung. Dabei werden Unterlagen in beschrifteten Ordnern, Aktenschränken oder gesicherten Lagerräumen verwahrt. Dies ist besonders für Dokumente geeignet, die im Original erhalten bleiben müssen, wie unterschriebene Verträge oder Zertifikate. Obwohl einfach und weit verbreitet, erfordert sie Platz und eine sorgfältige Organisation, um sicherzustellen, dass nichts verloren geht oder beschädigt wird.
Bei der digitalen Archivierung werden Dokumente in elektronische Speichersysteme übertragen, wie etwa ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) oder eine sichere Cloud-Lösung. Dateien können eingescannt, mit nützlichen Informationen versehen und vollständig durchsuchbar gemacht werden. Dies vereinfacht und beschleunigt die Suche nach benötigten Unterlagen erheblich. Digitale Archive bieten zudem durch Verschlüsselung und Zugriffsbeschränkungen mehr Sicherheit, was sie zur idealen Lösung für Unternehmen mit großen Datenmengen oder verteilten Teams macht.
Ein hybrides Modell vereint die Vorteile beider Welten. Es ermöglicht Ihnen, wichtige Papieroriginale aufzubewahren und gleichzeitig digitale Kopien zu erstellen, die leicht zugänglich sind und als Sicherung dienen. Diese Praxis wird von vielen Organisationen bevorzugt, die schrittweise in eine papierlose Arbeitsumgebung übergehen, während sie bestimmte physische Aufzeichnungen beibehalten. Hybride Archivierung ist flexibel, gewährleistet größere Kontinuität und optimiert die täglichen Arbeitsabläufe.
4. Wie Sie Ihr Dokumentenarchivierungssystem optimieren: 7 einfache Schritte
Schritt 1: Beginnen Sie mit einer Dokumentenprüfung
Beginnen Sie mit einer systematischen Überprüfung aller in Ihrem Unternehmen vorhandenen Unterlagen – sowohl in Papierform als auch digital. Es geht zunächst darum, einen Überblick zu gewinnen: Was besitzen Sie, was wird noch benötigt und was sollte archiviert werden. Bei der Sichtung Ihrer Dokumente sollten Sie festhalten, wer sie nutzt, wie häufig sie benötigt werden und ob gesetzliche Aufbewahrungspflichten bestehen.
Schritt 2: Erstellen Sie einen Aufbewahrungsplan
Nachdem Sie den Dokumentenbestand erfasst haben, legen Sie für jede Dokumentenart die Aufbewahrungsdauer fest. Bestimmte Unterlagen wie Jahresabschlüsse oder Personalakten müssen gesetzlich vorgegebene Fristen eingehalten werden. Andere können früher entsorgt werden. Ein durchdachter Aufbewahrungsplan stellt sicher, dass Sie genau das behalten, was benötigt wird, und dabei stets konform mit den Vorschriften bleiben.
Schritt 3: Wählen Sie Ihre Archivierungsmethode
Entscheiden Sie anschließend, auf welche Weise Ihre Unterlagen am besten aufbewahrt werden. Einige Dokumente sind in physischer Form besser geeignet, insbesondere Originale mit rechtlicher Verbindlichkeit. Andere lassen sich einfacher digital verwalten, wo sie durchsuchbar und sicher gespeichert werden können. Viele Unternehmen nutzen eine Kombination aus beiden Methoden, um einen Ausgleich zwischen Praktikabilität und Compliance zu finden.
Schritt 4: Digitalisieren und strukturieren Sie Ihre Dateien
Falls Sie noch mit Papier arbeiten, ist die Digitalisierung Ihrer Unterlagen äußerst hilfreich. Das Scannen und Konvertieren von Dokumenten in durchsuchbare Formate ermöglicht eine deutlich schnellere Informationsfindung. Nach der Digitalisierung sollten Sie jede Datei eindeutig benennen, mit passenden Schlagwörtern versehen und in einem gut durchdachten Ordnersystem ablegen, damit keine Unterlage verloren geht.
Schritt 5: Stärken Sie die Sicherheitsmaßnahmen
Da Archivierte oft sensible Informationen enthalten, ist Sicherheit entscheidend. Digitale Archive sollten durch Verschlüsselung, Zugriffskontrollen und regelmäßige Backups geschützt werden. Physische Archive gehören in einen gesicherten Bereich mit streng begrenztem Zutritt. Diese Maßnahmen schützen Ihr Unternehmen vor Datenlecks oder unbeabsichtigtem Verlust.
Schritt 6: Automatisieren Sie, was möglich ist
Durch Automatisierung wird die Archivierung mühelos und einheitlich. Automatisierungssoftware kann ältere Dateien automatisch ins Archiv überführen, Aufbewahrungsrichtlinien anwenden und Sie benachrichtigen, wenn Dokumente aktualisiert oder gelöscht werden sollten. Dies spart Arbeitsaufwand und trägt zu einem reibungslos funktionierenden System bei.
Schritt 7: Überprüfen Sie Ihr Archiv regelmäßig
Prüfen Sie Ihr Archiv abschließend in regelmäßigen Abständen, um sicherzustellen, dass alles aktuell, lesbar und konform ist. Dazu gehören die Überprüfung von Benutzerberechtigungen, das Löschen veralteter Dateien und die Sicherstellung der Lesbarkeit von Dokumenten. Regelmäßige Kontrollen erhalten die Funktionsfähigkeit und langfristige Nutzbarkeit Ihres Archivs.

Abbildung 3 – Digitale Archivierung
5. Welche Dokumente müssen archiviert werden?
Rechtliche Dokumente
Finanzunterlagen
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Rechnungen, Quittungen, Steuererklärungen und Prüfungsberichte
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Jahresabschlüsse und Zahlungsbelege
Personalwesen (HR)
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Personalakten, Gehaltsabrechnungen und Unterlagen zu Sozialleistungen
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Leistungsbeurteilungen, Richtlinien und Verfahrensanweisungen
Korrespondenz
Berichte und Forschungsunterlagen
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Projektanträge, Machbarkeitsstudien, Fortschrittsberichte
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Marktforschung und betriebliche Analysen
Unternehmensrichtlinien und Handbücher
6. Häufige Fragen (FAQs) zur Dokumentenarchivierung
1. Was ist der Unterschied zwischen Dokumentenarchivierung und Dokumentenaufbewahrung?
Archivierung bedeutet die systematische, langfristige und gesicherte Aufbewahrung Ihrer Unterlagen für die spätere Nutzung, während Aufbewahrung lediglich das einfache „Irgendwo-Lagern“ beschreibt.
2. Wie lange sollten Dokumente archiviert werden?
Das hängt vom Dokumententyp ab. Finanzunterlagen müssen beispielsweise oft 5–7 Jahre, Personalakten 6–10 Jahre und Steuerbelege 7 Jahre aufbewahrt werden.
3. Können digitale Dokumente Papierdokumente ersetzen?
In den meisten Fällen ja. Digitale Dokumente sind rechtlich anerkannt, sofern sie sicher und einfach zugänglich sind. Notariell beglaubigte Verträge oder bestimmte Originale können jedoch weiterhin in Papierform erforderlich sein.
4. Wer braucht eine Dokumentenarchivierung?
Jedes Unternehmen, das mit Verträgen, Kundendaten oder rechtlichen/finanzbezogenen Unterlagen arbeitet. Besonders wichtig ist sie für Bereiche wie Rechtswesen, Finanzen, Gesundheitswesen und Behörden.
Fazit
Dokumentenarchivierung ist mehr als nur ein Aufbewahrungsort – sie ist ein strategisches Instrument, das Ihr Unternehmen schützt, Compliance fördert und die Effizienz steigert. Ein gut geführtes Archiv ermöglicht es Ihnen, wichtige Unterlagen schnell zu finden, vertrauliche Informationen zu schützen und Abläufe zu vereinfachen.
Durch die richtige Wahl einer Archivierungsstrategie, bewährter Verfahren und zuverlässiger Lösungen verwandelt Ihr Unternehmen ungeordnete Akten in ein lebendiges, praktisches und jederzeit abrufbares Werkzeug. In der heutigen geschäftigen Welt ist eine ordentliche Archivierung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.